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9/9/23:28 | Was bin ich jetzt eigentlich?

Ich wurde in diesem Jahr schon durch mehrere Freunde mit dem Thema der geschlechtlichen Identität in Kontakt gebracht. Mehr als ein Freund hat die Identität gewechselt/abgelegt und bei anderen erkenne ich Probleme, welche durch eine versteifte geschlechtliche Rolle verschärft werden. Mir selbst ist schon seit vielen Jahren völlig egal, welches Geschlecht ich oder andere haben. Ich habe mich zu Len umbenannt und es hat mich immer gestört, wenn mich andere als Junge oder Mann bezeichnet haben. Ich muss klar festhalten, dass ich dies auch biologisch bin. Was mich nervte, war, gefühlt auf dieses so unwichtige Merkmal reduziert zu werden. Macht mich das zu einer trans-Person? Viele Jahre lang hat mich das Thema genervt. Ich fand albern, wenn sich Personen umbenennen und sich als jemand anderes ausgeben. So langsam erahne ich aber, dass der Reiz weniger darin liegt, sich als etwas anderes zu verkleiden, sondern eher, aus einer Verkleidung zu schlüpfen — und irgendeinen Namen braucht man nunmal. Mich nerven englische Namen an deutschen Menschen. Andererseits nerven mich deutsche Namen. Was nervt mich da eigentlich? Ich fand Namen schon immer nervig. Ich habe schon immer versucht, das Aussprechen von Namen zu vermeiden. Irgendetwas liegt da begraben bei dem Thema. Tja, was bin ich jetzt? Mensch. Person. Mein Geschlecht geht nur Mediziner etwas an. Wahre Liebe kann nicht an dem zwischen den Beinen scheitern. Für den Rest bin ich eh nicht empfänglich. Wer mich will, soll mich ansprechen. Wer einen Mann will, soll woanders suchen.