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9/11/22:39 | Jetzt auch noch Minecraft?

Nachdem das L3P3-Monopol an Minecraft-Videos lange unantastbar schien, wagt sich nun ein alter Rivale in den Ring. Doch ob der Spagat zwischen Technik und Computerspielen gelingt, sollte sich im altbekannten L3P3-Selbstversuch zeigen.

Wie schon bei unserer Kanal-Vorstellung vor einigen Monaten klar wurde, wird bei den Studios auch nur mit Wasser gekocht. Um die Bandbreite zu erhöhen, ist man nun auch auf den Minecraft-Zug aufgesprungen. Nicht nur ist es hierfür um Jahre zu spät — es mangelt wie üblich an Kreativität und Tiefsinnigkeit. Doch eines nach dem anderen!

Der irreführende Titel

Angepriesen wurde eine Mod-freie Lösung, um "Geld" in Minecraft zu realisieren. Der Titel hätte so schön eindeutig sein können, doch das wäre dem Hobbyfilmer mit künstlerischem Anspruch zu einfach gewesen. Und so musste er das Schlagwort "Java" integrieren, das sowohl seit Jahrzehnten kaum noch jemanden locken kann, als auch die Sprache bezeichnet, in welcher Minecraft und dessen Erweiterungen geschrieben sind. Bedenkt man die unzähligen Minecraft-Mod-Tutorials, bei welchen Java das Fundament bietet, kann es einem schon einige Sekunden Denkzeit abfordern, dass der Wortakrobat hier die Minecraft-Edition meint, die auf Java basiert. Immerhin konnte diese Unklarheit nach einer Anfrage unsererseits schnell aufgeklärt werden.

08/15-Inhalt

Es mag naiv gewesen sein, dass wir uns eine einigermaßen kreative Lösung erhofft haben. Binnen Sekunden wurde jedoch deutlich, dass dieses Video in der Kategorie "Copy & Paste" zu verordnen ist. Es wäre ermüdend, den Inhalt hier zusammenzufassen, welcher schon vor buchstäblich Jahren tausendfach verbreitet worden ist. Kurzgesagt: Die Menge an Versprechern hat den Mehrwertgehalt bei weitem überschritten.

Dubioses Geschäftsmodell

In diesem Video wurde auch ein Keks-Handel vorgestellt, welcher zwar auf dem ersten Blick legitim aussieht, jedoch ein gravierendes Fehldesign aufweist: Die Kommandoblöcke, die Geld abziehen und Ware ausgeben, wählen naiv den nächsten Spieler ihres eigenen Standortes! Es wird also nicht der Spieler behandelt, der am nächsten am Tresen steht, sondern der, der am nächsten an den Kommandoblöcken steht. Und diese befinden sich jeweils unter der Tür und draußen vor der Tür. Es wird jedem Ingenieur deutlich, welche Phase hier schlichtweg ausgelassen wurde: Die Testphase. Offensichtlich wurde der in der Praxis sehr plausible Fall, dass mehrere Kunden anstehen, nicht erprobt. Dieser Umstand dürfte für sich sprechen.

Türöffner für die Schuldenfalle?

Ein Thema, welches erwartungsgemäß ausgelassen (oder umschifft?) wurde, ist der negative Kontostand. Im Gegensatz zu materieller Währung (z. B. Diamanten) ist beim Minecraft-Punktesystem nämlich auch möglich, dass ein Spieler versehentlich mehr kauft, als er will bzw. sich leisten kann. Würde man z. B. Kekse nach Einwurf eines Diamanten ausgeben (komplett ohne Kommandoblöcke!) wäre dieses Risiko deutlich geringer. Es wäre dann auch unmöglich, für Kekse zu bezahlen, nur weil man an der Tür eines Geschäftes steht.

Fazit

Auch das Fazit birgt keine Überraschungen: Die wilde Mischung aus Ambition und mangelndem Einfallsreichtum bietet den idealen Anreiz, solche Artikel zu schreiben. 😬 Der Spagat gelingt, da das neue Video nach diesen Kriterien wunderbar zu den anderen passt. Und bei allem Lob ist es auch etwas schade, denn da wo diese Produktionen herkommen, steckt locker genügend Hirnschmalz, um uns durch wahre Glanzleistungen aus den Socken zu hauen und vielleicht sogar eine echte Alternative zu unserem Angebot zu schaffen. Aber vielleicht ist diese hohe Erwartung auch nur die Schattenseite des alternden Preisgewinners.